Pen & Paper Kompendium

  • Ich hab mir mal gedacht, dass ich für alle im Clan, die mal Interesse an Pen & Paper haben, solche, die schon Pen & Paper spielen oder welche, die es vielleicht noch wollen, mal eine Liste mache mit allen Systemen die auf dem Markt so rumfliegen.

    Dabei gehe ich nur auf Systeme ein, die ich selbst kenne und von denen ich selbst gehört habe. Ich kopiere keine Listen aus irgendwelchen anderen Seiten, sondern versuche hier eine Zusammenstellung zu liefern von allen möglichen Herstellern, Szenarios und Bekanntheitsgraden. Darunter auch ziemlich obskure, die vielleicht außer mit nur wenige kennen würden, die ich aber auch mit allen hier teilen will.

    Dies wird etwas meinen Guide für 40k Romane ähneln, wobei ich hier wirklich nur die Existenz des Spiels und des entsprechenden Szenarios vorstellen möchte, auch wenn ich viele Systeme selbst schon mal gespielt habe, würde ich für die Erklärung derer, die ich kenne zu lange brauchen und für einen guten Teil wär es abwesend, weil ich es nicht gespielt habe, sondern nur von dessen Existenz weiß bzw. vielleicht schon mal ins Regelwerk schauen konnte.


    Mein Ziel ist es vorallem, dass ihr einen Überblick bekommen könnt, was es so gibt und was man spielen kann.

    Dazu möchte ich gleichzeitig Werbung für unsere Pen & Paper Abteilung machen, bei der wir gerne auch neue Spieler und Teilnehmer begrüßen würden. Vielleicht bekommt der ein oder andere Lust darauf sich damit zu beschäftigen. Für weiterführende Fragen zu einem der Systeme stehe ich auch gern übers Forum oder unseren Discord Channel per PN zur Verfügung,


    Fangen wir aber nun an. Ich versuche die Systeme nach Popularität zu ordnen, wobei das auch teils natürlich subjektiv geprägt ist, von dem was ich von Außen mitbekomme.

    Weiterhin ist dies ein.... ich würde sagen, lebendiges Kompendium, was ich (vorallem aus Zeitmangel gekoppelt mit immenser Menge an bekannten Systemen) die Tage nach und nach fertigstellen werde.


    Die bekanntesten / populärsten Systeme


    Dungeons & Dragons (5. Edition)

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    Das ungeschlagen populärste Pen & Paper System im Fantasybereich. Jeder der irgendwie an Rollenspielen interessiert ist, hat sehr wahrscheinlich schon damit irgendwann Kontakt gehabt. Sei es im Universum der Forgotten Realms, in dem solche Klassiker wie Baldur´s Gate oder Icewind Dale angesiedelt sind oder bei dem, ebenfalls kultigem, Planescape Torment oder eben an den zig verschiedenen PC und auch Konsolenspielen, die über die Jahre erschienen sind.

    Dabei ist Dungeons & Dragons eigentlich nur ein Regelwerk. Es gibt kein Universum vor, nur die Bestandteile die man nutzen kann um Charaktere, Welten und Geschichten zu spielen. Deshalb ist es mit am flexibelsten von allen Regelwerken, da man seine eigene Welt mit den Regeln spielbar machen kann.

    Dazu gibt es auch Erweiterungsbücher, die es erlauben auch spezielle Szenarien wie Steampunk oder Lovecraft-Horror einzubringen. Die schiere Popularität von D&D 5e führt dazu, dass viele neue Inhalte auf das Regelwerk aufgebaut werden.

    Definitiv das einsteigerfreundlichste von allen Systemen.






    Shadowrun (6. Edition)

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    Das Cyberpunk Szenario schlechthin. Konzerne, Gangs und noch dunklere Gruppierungen kämpfen in einer nicht allzu fernen Zukunft um die Vorherrschaft. Dabei ist die Welt umgeben von High-Tech, Cyborgs, KIs und Cyberspace und doch ist Magie hier zuhause. In einem weitreichendem Event sind Elfen, Orks, Trolle, Zwerge und sogar auch Drachen, sowie viele andere mystische Geschöpfe auf der Erde hervorgetreten. Menschen, die bisher völlig normal waren konnten von heute auf morgen Magie aller Art wirken. Und seit dem baut die Welt auf diesem Widerspruch von Fantasy & SciFi auf, dazwischen sind die Spieler. Runner, die für gutes Geld fast alles machen und ihre Abenteuer meist aus den Aufträgen beziehen, die ihnen gegeben werden.

    Shadowrun ist auch schon ein alter Veteran unter den Pen & Paper Systemen, es gibt zig Regel und Szenariobücher, die selbst Deutschland als Szenario-Ort genau beschreiben dazu noch einen Haufen Romane und einige, echt gute PC Games. Es ist das vorzeige- Cyberpunk-Szenario auf dem Markt und gibt viele Spielmöglichkeiten her: Kampffokus, Erkunden und Ermitteln bis zu großen Hacker-Aktionen in der Matrix (ja, der Cyberspace dort heißt Matrix und wenn dann hat der Film geklaut ^^) bis hin zu Magierkriegen und dem Erforschen von mystischen Regionen.

    Wenn man auf düstere, nahe Zukunft steht, dann ist man hier richtig.

    Das System selbst wurde mit der neuen, 6. Edition, die quasi nichtmal 2 Monate alt ist, recht weit überarbeitet, deshalb kann ich da auch keine kurze Aussage treffen, aber alle Previews sagen, dass alles ein Stückweit vereinfacht und spielbarer gemacht wurde.






    Call of Cthulhu

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    In den 30er Jahren hat ein gewisser Howard Phillips Lovecraft Kurzgeschichten zu schreiben, die damals als Horror galten, jedoch für die damalige Zeit revolutionäre Konzepte enthielten, die sich nur schwer verkaufen ließen. Horror, der nicht von Monstern ausgelöst wurde, die offen und sichtbar sich über die Menschen hermachten, wie eine Mumie oder Frankensteins Monster, sondern unvorstellbare Geschöpfe, von denen die Protagonisten vielleicht während der ganzen Geschichte kein klares Bild zu Gesicht bekommen, aber ihre bloße Existenz und die Spuren derjenigen reicht aus um das Weltbild und vorallem die Psyche der Menschen zu erschüttern. Dazu ist die Wirkung der Wesen nicht direkt sondern subtil und langsam, aber nicht weniger grausig. Letztendlich geht es um den Kontakt der Menschen mit Rassen und Kreaturen, die älter sind als die Menschheit, seien es Bewohner der Erde oder Wesen des Alls. Allein die Kenntnis um die "Wahrheit" hinter diesen Wesen ist oftmals genug um die Leute für Wahnsinnig zu erklären.

    Die Protagonisten sind dabei normale Leute mit einem gewissen Wissensdurst, der sie in Richtung von Geheimnissen und Erkenntnissen führt, die sie weniger körperlich, eher seelisch in Mitleidenschaft zieht.

    Viel was Lovecraft um 1930 herum geschrieben hat, setzte die Grundlage für SciFi und Mystery der heutigen Zeit und machte Serien wie z.B. Akte X überhaupt möglich.

    Neben diversen Spielen bedient sich auch ein recht populäres Pen & Paper System diesem Szenario.

    Gespielt werden Protagonisten, wie sie in Lovecraft´s Geschichten vorkommen könnten, irgendwo zwischen 1910-1930 in den USA, vornehmlich Massachusetts, wo die meisten Geschichten von Lovecraft spielen. Reporter, Wissenschaftler, Entdecker, Ermittler usw. spielen hier die Hauptrolle. Kampferfahrung hat kaum jemand, denn wenn man hier gegen das Unbekannte kämpfen muss, dann ist man oft schon dem Tode geweiht. Rollenspiel und Ermittlung stehen im Vordergrund.


    Bei dem Szenario gibt es auch weitere Auskopplungen. Eigene Regelwerke in anderen Szenarien.

    Ein bekanntes ist "Achtung! Cthulhu" (dies ist der original ENGLISCHE Titel ^^)

    https://www.modiphius.com/achtung-cthulhu.html

    Dabei wird der Kampf gegen die unbekannten Mächte in den 2. WK verlegt und man bekämpft kultistische Organisationen der Nazis. Mehr kampforientiert als sein großer Bruder, aber nicht weniger RP lastig.

    Dieses System wird schon seit geraumer Zeit aktiv unterstützt und weiterentwickelt und muss sich hinter dem "großen Bruder" nicht verstecken. Ist aber halt ein sehr spezielles Szenario.




    Das Schwarze Auge
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    Wenn man mit einem DSA Fan aneinander geraten will, dann kann man gerne dies als das deutsche Dungeons & Dragons bezeichnen. Dabei ist es viel mehr als das. Während D&D nur die Regeln vorgibt, gibt DSA eine ganze Welt mit. Aventurien gehört im deutschsprachigen Raum mit zu einer der am besten ausgearbeiteten Fantasywelten. Jahrzehnte an Geschichten in Regel- & Szenariobüchern, sowie in unzähligen Romanen haben hierzulande eine gigantische Fangemeinde gebildet. Dabei gefällt vielen der Low-Fantasy Ansatz. Magie ist oft nicht gern gesehen, andere Rassen deutlich in der Unterzahl und der Ansatz für den Anteil der Fantasy im Mittelalter tendiert mehr in Richtung Herr der Ringe oder Witcher. Auch orientiert sich das Mittelalter an traditionellem, westeuropäischen Mittelalter, was Kleidung, Waffen und gesellschaftliche Strukturen angeht. Mystische Städte voller Magier und Kriege von Drachenreitern, die sich mit Blitzen behaken sucht man da vergeblich.

    Das Regelwerk hat vor und Nachteile. Es gibt Regeln für ALLES und man kann meist für jede erdenkliche Idee die passenden Regeln finden, was auch heißt, dass wenn man wirklich regeltreu spielen will, man vielleicht einmal zu oft würfeln müsste. So war es in den Editionen, die ich spielen konnte. Man kann als Anfänger reinkommen (DSA war mein 1. Pen & Paper), es dauert aber, bis man die Regeln intus hat und ein Spielleiter mit guten Regelkenntnissen ist wichtig.

    R.I.P.
    8.5.18 - 17.7.18
    Im Gedenken an Derek O´Connor,
    schrulliger Techniker, irres Genie, passionierter Algenhasser

  • Pathfinder


    s-l640.jpgAls Dungeons & Dragons von der Version 3.5 auf 4 umgestellt wurde, gab es eine große Zahl an Fans, die nicht mit dem neuen Regelwerk einverstanden waren. Um weiterhin ihr System spielen und vorallem in ihre Richtung weiterentwickeln zu können, haben sie ihr eigenes Ding gemacht und nannten es "Pathfinder".

    Seither ist viel Zeit vergangen und Pathfinder hat einen festen Platz in der Pen & Paper - Szene gefunden. Vorallem aber hat es, im Gegensatz zu D&D seine eigene Welt mitgebracht. Golarion, wie die Welt heißt, wurde in vielen Szenario-Büchern deutlich ausgearbeitet und bietet fast genauso viele Schauplätze wie die Forgotten Realms von D&D. Es handelt sich auch hier um eine High-Fantasy Welt, wo Magie & Monster allgegenwärtig sind und Helden aller Rassen mit magischen Waffen aller Art in manchen Ländereien nicht fremd sind. In diesem Punkt sind sich die Welten ziemlich gleich.

    In meinen Augen ist Pathfinder aber das bessere System gegenüber D&D 5e.

    Warum? Nun weil es zwar nicht so schlank und leicht ist, wie D&D, dafür aber deutlich mehr Optionen zum Aufbau des eigenen Charakters bietet und einem während des Spiels mehr Fähigkeiten und Wege bereit stellt mit Problemen umzugehen.

    Weiterhin bietet der Hersteller von Pathfinder sogennante Story-Pfade an. Abenteuer-Bücher, die meist auf 6 Bände verteilt sind und eine Kampagne mit fester Story erzählen die, die ganze Party von Level 1 bis Max. Level führt. Diese Kampagnenbücher sind super ausgearbeitet und haben meist eine hohe Qualität.


    Vor kurzem erschien die 2. Edition von Pathfinder, die vieles überarbeitet hat, ohne jedoch die "Seele" des Systems zu verlieren, leider sind die Kampagnenbücher von der 1. Edition und 2. Edition nicht kompatibel, aber die Storywriter legen bereits nach und es erscheinen bereits die ersten Bücher dieser Art für die 2. Ed.

    Wer also D&D 5e für zu simpel hält und im Fantasybereich mehr Lust auf eine durchgehende Storyline hat, der ist hier genau richtig.









    Vampire - The Masquerade


    vampire-the-masquerade-5th-edition-core-rulebook-p286293-279009_medium.jpgEigentlich gehört hier etwas anderes in die Headline, aber Vampire - The Masquerade ist als System selbst und als Welt recht populär, deshalb stelle ich es als erstes vor. Viele PC-Rollenspieler haben bestimmt schon von den entsprechenden Spielen gehört oder sie selbst gespielt.

    Es handelt sich quasi um unsere Welt, nur gibt es eine Welt neben der offensichtlichen, menschlichen Welt. Eine Welt bewohnt von den Wesen der Dunkelheit. In dem Fall sind es Vampirclans, die die Welt aus dem Schatten heraus beherrschen. Viele versuchen ein normales Leben parallel zu den Menschen zu führen mit dem obersten Gebot nicht aufzufallen. Andere wiederrum streben nach Macht und Herrschaft über alles. In diesen Kampf der Ideologien, Ambitionen und Herrschaftsansprüche wird man nun als Vampir geworfen. Jeder Clan hat bestimmte Vor und Nachteile, einzigartige Kräfte und Schwächen. Alles vom Formwandler, Berserker, Scharfschütze bis zum Blutmagier ist alles dabei, wobei es keine festen Klassen gibt. Der Clan gibt die grobe Richtung vor und den Rest machen die Skillpunkte.

    Die Welt ist aber grausam, düster und blutig und haben wenig mit dem Kitsch von Twilight und Co. gemeinsam. Es ist richtiger "old-school Vampirismus".

    Dazu können die Geschichten alles sein, von dem Kampf gegen andere Clans, gegen menschliche Vampirjäger, das Suchen und Auffinden von uralten Artefakten bis zu völlig menschlichen Stories, die eben vampirischen Charakteren passieren. Seien es Aufträge für einen lokalen Mafiosi bis zum Aufspüren von korrupten Cops.


    Auch hier kam vor kurzem die neuste Edition raus (5. Ed), ich hatte noch keine Möglichkeit da rein zu schauen und kann da keine Aussage zu treffen. Ich fand die 4. Edition super und fand die beiden PC Spiele toll, die auf der 3. bzw. 4. Edition aufbauten.


    So und jetzt kommen wir zum Anfangs erwähnten Thema:

    Vampire - The Masquerade ist eigentlich nur ein Teil der "World of Darkness".

    Eines übergeordneten Szenarios mit eigenem Regelwerk, was eher aufgebaut ist, wie D&D (Regeln und grobe Richtungsgeber fürs Szenario ohne eigene Welt). Das was das Ganze so speziell macht, ist dass es in dem Szenario der World of Darkness massig eigenständige Pen & Paper Regelwerke gibt. Und mit massig meine ich, es gibt für alles mystische ein eigenes Regelwerk.

    Magier, Vampirjäger, Werwölfe, Formwandler, künstliche Lebensformen, Geister und ich hab garantiert noch welche vergessen.

    Ich hab interessehalber vor einiger Zeit mal das Regelwerk für die "Erschaffenen" geholt und gelesen

    https://www.drivethrurpg.com/p…n-the-Created-2nd-Edition

    Alle Bücher der Reihe sind namentlich gleich aufgebaut. (z.b. https://www.drivethrurpg.com/p…-the-Forsaken-2nd-Edition )

    Das, was alles so interessant macht, ist dass es die selbe Welt ist und man durchaus Charaktere von einem System ins andere importieren kann. Weiterhin sind es wirklich keine Supplements sondern vollwertige Regelwerke mit eigenen Zusatzbüchern und Abenteuerbüchern.

    Wobei leider von allem nur Vampire den Durchbruch geschafft hat. Und selbst da gibt es alternative Szenarien. Wie z.b. Vampire - The Dark Ages, das selbe Spiel, nur im Mittelalter.

    Jedoch wird es abseits von Vampire immer "nischiger" und nach Werwolf driftet es ab in Bereiche, die nur wenige Leute je gespielt haben und die eher als Kuriositäten ihr Dasein fristen (wie mein System von Promethean, was auch für mich zu schwer zu spielen war(nicht regeltechnisch, sondern vom Szenario her)).


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    So, das wären erstmal die Pen & Paper Systeme, von denen ich selbst weiß, dass sie in der Pen & Paper Community oft gespielt werden und auch ausserhalb ihrer Fangemeinden bekannt sind. Beim nächsten Eintrag gehe ich tiefer in die Nische.

    R.I.P.
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  • thumb.php?f=Cover_Splittermond_Die_Regeln.png&width=300


    Splittermond:


    Ein zunehmend beliebtes System aus dem Fantasybereich.


    Einige ursprüngliche Köpfe hinter D&D, DSA und Pathfinder haben sich hier zusammengefunden um was "neues" auf die Beine zu stellen.


    Meiner Meinung nach ist es nicht mit Regeln oder Powergamingmöglichkeiten überladen. Für mein Geschmack ist es ein sehr "rundes" System welches Regelelemente gut zueinander gewichtet.


    Hintergrund ist ähnlich aufgebaut wie viele andere Systeme aus den Bereich.






    Cyberpunk2020.jpg



    Cyberpunk:


    DAS ursprüngliche Cyperpunkspiel wenn ich mich nicht irre. Shadowrun kam erst ein wenig später. Der Hauptunterschied ist die Magie, der damit relevante Hintergrund und Charakterklassen (Elfen, Trolle usw. )


    Cyberpunk hat nichts davon und von der Stimmung her, eher an Bladerunner angelegt, während SR einiges an Fantasyelemente bedient.

  • Ich bin mir nicht sicher, ob ich hier einfach reinschreiben darf, aber ich hätte da ein paar Fragen:


    1. Gibt es irgendwo eine ganz allgemeine Einführung, wie Pen & Paper eigentlich funktioniert und wie man sich den ABlauf so vorzustellen hat.

    2. Wird bei The Hive über das Internet gespielt? Wie genau läuft das dann ab?


    Ich bin mir nicht sicher, ob ich für Pen & Paper wirklich die Zeit finde, aber interessieren tut es mich schon.

  • eXeler0n


    Betrachte P&P als interaktives Geschichten erzählen. Die Spielgruppe besteht aus (meist) einer SL ( Spielleitung) und 1 - 6 Spieler. Man einigt sich auf ein Spielsystem was den Hintergrund und auch DAS REGELSYSTEM stellt. Ist gibt, wie du siehst, viele Systeme und den meisten ist zu eigen das dein Charakter durch Zahlenwerte definiert wird das durch Würfelproben für Erfolg/nicht erfolg ergänzt wird.


    Beispiel: Du bist xele und hast dir für ein Fantasysystem einen vernarbten, grüblerischen Elfenscout überlegt. Dein Zahlenwerte sagen das du ein "guter" Scout bist, mäßiger Kämpfer aber sehr schlechter Diplomat bist.


    Die SL lässt dich gerade für eine Gruppe scouten als du am Wegesrand eine Gruppe Banditen entdeckst ( du hast "Wahrnehmung auf 12 und würfelst z.b (je nach system) 2w6 und addierst 7 und hast ein Gesamtwert von 19. Der SL meint das du ein 15 brauchst, somit bist du erfolgreich.


    Das Rollenspiel kommt jetzt für dich. Schleichst du dich zurück und erzählst es den anderen, bist du eigenbrötlerisch und willst mit mäßigen Kampfwerten angreifen oder versuchst du dein schlechten Diplomatiewert zu nutzen und die Banditen zu erschrecken oder davon zu überzeugen das du keine Beute bist. (Was sehr lustig sein kann).


    Jedes deiner Aktionen hat Konsequenzen für dich, die SL und die Gruppe die man über Schauspielerei und Erzählen am Tisch versucht dar zu stellen. Meist wird eine Geschichte oder Plott gespielt.


    "Geht von A nach B und befreit Prinzessin von bösen Banditen".


    Das eine Spielrunden sich von System zu System, sogar von Gruppe zu Gruppe komplett unterschiedlich ist, muss ich jetzt nicht erzählen.


    Ich bin zufrieden damit, eine regelmäßige Spielrunde seid 20 Jahren zu haben. ^^


    Ich empfehle folgendes Video mit Augenzwinkern *lachweg*




    Und ja, es werden hier online P&P Runden angeboten aber wie aktuell weis ich gerade nicht, da solltest du dich für den Bereich (gibt es den noch?) anmelden.

  • ok, die Diskussion passt hier weniger rein, da ich vorhatte dies wirklich als Kompendium zu konzipieren. Aber nun ja, ist jetzt da und will auch nix rauslöschen. Wir haben hier einen extra Pen & Paper Bereich im Forum, da kann man gern über alles diskutieren. Wir bieten ja ab und an auch einzelne "One-Shot" Abenteuer an, wo man als Neuling reinschnuppern kann. Bei machen Abenteuern ist die Teilnahme als reiner Zuhörer / Zuschauer bestimmt auch kein Problem.

    Aber kommen wir zum 2. Teil meines eigentlich Beitrags. Nachdem ich die, in der Pen & Paper Community am meisten gespielten und populärsten Pen & Paper Systeme beleuchtet habe, driften wir jetzt eine Etage nach unten. Zu Systemen die nicht ganz unbekannt sind, aber auch nicht von der Masse gespielt werden.


    Die "Mitte" der Popularität, nicht ganz unbekannte, aber auch nicht wirklich gängige Systeme


    Alles Warhammer !


    Beginnen wir mit den Pen & Paper Systemen zu Warhammer (ich erspare mir eine generelle Erklärung des 40K Universums, das würde dann wirklich jeglichen Rahmen sprengen, wer wissen will, was Warhammer 40k ist, findet im Netz bessere Infos als ich je geben könnte. Fantasy und AoS werde ich jedoch kurz anreißen, da mir irgendwas sagt, dass es mehr Leuten vielleicht nichts sagt). Obwohl das Tabletop sich in allen seinen Formen einer ungebrochenen Popularität erfreut und auch Games für allerlei Systeme regelmäßig erscheinen, fristet das Pen & Paper RPG ein Dasein im Schatten der populäreren Vertreter des Genres. Und obwohl es 5 Systeme für alle möglichen Teile des Warhammer 40k Szenarios gab, vom bekannten Spieleverlag "Fantasy Flight Games", wurde die Lizenz entzogen und die Bücher sind physisch nur zu überteuerten Preisen zu bekommen und die PDFs sind auch nur noch über einen einzigen Onlineshop, zu einem recht hohen Preis, zu kaufen.

    Games Workshop (die Firma hinter Warhammer) hat aber jetzt eine kleine Pen & Paper Offensive gestartet und ein brandneues Warhammer 40k System raus gebracht, eine neue Edition des Warhammer Fantasy Systems und auch für das jüngste Warhammer Universum, Age of Sigmar, ist ein Pen & Paper System in der Mache, welches bald erscheinen soll.

    Im Nachfolgenden werde ich alle Warhammer-Systeme vorstellen.


    --> Systeme von Fantasy Flight Games


    Dark-Heresy-2nd-Edition-Cover.jpg?resize=250%2C332&ssl=1Dark Heresy (2. Ed.)


    In diesem System spielt man die Gefolgsleute eines Inquisitors und erledigt Aufträge in seinem Namen. Man hat die Auswahl zwischen allen möglichen Herkunftsarten und spielbaren Klassen, die das 40k Universum her gibt. Und wenn man seine Karriere lang genug zieht, dann kann man selbst zum Inquisitor aufsteigen.

    Die Aufträge umfassen oftmals mehr Ermittlungen und Untersuchungen als Kämpfe, bietet aber auch für die genügend Optionen. Letzten Endes ist die Arbeit einer Inquisitors vielfältig und kann sehr abwechslungsreiche Szenarien generieren. Es gibt einige Supplements mit immer mehr Charakterklassen und möglichen Szenarien, damit man wirklich jeden Winkel des Universums mit diesem System abdecken kann.









    Deathwatch


    6fead059-caa6-486d-84de-35842a04a2d3_1.a546bf9b2f807bcdf3f5bea627fb9a76.jpeg?odnHeight=450&odnWidth=450&odnBg=FFFFFFDieses Buch lässt die Spieler tatsächlich die Möglichkeit einen Space Marine zu spielen. Das Namensgebende Szenario, der Orden der "Deathwatch" ist ein Anti-Xenos Spezialeinheit der Space Marines in der Marines aller möglichen Orden unter einem Banner dienen. Damit lassen sich Marines aller möglichen Orden erstellen und aus allen möglichen Waffengattungen / Abteilungen. Mit den entsprechenden Supplements ist sogar der Aufbau eigener Orden möglich (da die Bücher nicht alles abdecken, was es im Tabletop gibt, selbst das Tabletop deckt nicht alle Orden regeltechnisch ab ^^) .

    Dieses System ist stark kampforientiert, aber kein Wunder, ein Space Marine der Deathwatch ermittelt nicht, er redet nicht viel mit normalen Menschen, er ist dazu da Xenos zu vernichten. Dazu bietet das System viele Kampftechniken und Taktiken, Gruppenskills usw.


    Und jetzt kommt der "Geheimtipp": Nur weil das System sagt, man spielt in der Deathwatch, heißt das nicht, dass man das so durchziehen muss. Ich selbst hab in einer Runde gespielt, wo wir einen Trupp der Dark Angels gespielt haben. Und auf einmal waren auch ganz andere Missionen möglich, bei denen man Aufträge für den Orden erledigte, die nicht auf das abschlachten von Aliens hinausliefen.

    Man hat Regeln für alle Orden, mit etwas Absprache hat man hier das System für das Spielen der imperialen Marines. Egal in welchem Szenario.






    Black Crusade

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    Kommen wir zu meinem Lieblingssystem, was leider aber auch am schwersten zu spielen und zu leiten ist.

    Hier spielt man Chaosanhänger. Seien es Chaos Space Marines oder Kultisten aller Art. Auch hier gibt es allerlei Spezialisierungen und Klassen, sowie diverse Verräterlegionen für die Chaos Marines.

    Dazu kommen noch Supplements, die jedem einzelnen Chaosgott gewidmet sind, mit all seiner dämonischen Korruption und Möglichkeiten seine Diener zu erschaffen und weiter zu entwickeln. Von dunklen Ritualen, bis zum Schmieden von Dämonenwaffen ist alles dabei, was das Herz eines Häretikers höher schlagen lässt.

    Auch die spielbaren Szenarios sind vielfältig, man muss sich nur alle Geschichten und Romane vornehmen, die man aus dem 40k Universum kennt, bei dem das Chaos die Finger drin hat und muss die Perspektive nur umdrehen und auf einmal hat man eine Unendlichkeit an Möglichkeiten. Das "Tolle" am Chaos ist, dass Chaos Space Marines tatsächlich mehr normale Unterhaltungen mit "niederen" Personen haben, als ihre imperialen Vertreter und aus allerlei Motiven handeln können, die ein loyaler Marine niemals haben würde, wie z.b. trivial persönliche Motive aus der eigenen Laune heraus.

    Jedoch ist das Verhalten von Chaos-Anhängern "speziell" und auch die Abenteuer die sie erleben können auch nicht gerade die bekannten Sachen, denn man verhindert nicht, dass ein großer Dämon beschworen wird, man hat es als Missionsziel oder man muss eine Seuche freisetzen und dafür sorgen, dass die Bevölkerung tatsächlich davon draufgeht und allerlei andere, makabere Aktionen sind denkbar. Deshalb ist ein ziemlich gutes Verständnis des 40k Universums nötig. Definitiv nur für fortgeschrittene Kenner des 40k Universums empfehlenswert, aber es lohnt sich.


    Only War


    WH40k%2BOnly%2BWar%2BCover.pngIn Only War ist der Name Programm. Man spielt einen Trupp des Astra Militarum, die entbehrlichen Fußtruppen der imperialen Armee. Im Gegensatz zu den anderen Systemen ist das Leben der Spielcharaktere hier wirklich stark bedroht, wenn man bedenkt, dass man in einer Armee ist, wo ein General paar Millionen Soldaten zum Frühstück verheizt, mit der Taktik, dass man nur genug Leute vor die Waffen laufen lassen muss, dem Feind wird irgendwann die Munition ausgehen. Aber auch hier gibt es viele Möglichkeiten die eigenen Charaktere zu erstellen und auch Panzerbesatzungen zu spielen. Am meisten Sinn macht es da, wenn man eine Elitetruppe aufbaut, die mehr überlebt als der normale Durchschnittssoldat. Zwar ist es vielleicht nicht so witzig, als wenn man jederzeit jeder schnell sterben kann, aber es gibt die Aussicht auf eine ganze militärische Karriere, die in den Supplements noch weiter geführt wird, deshalb wäre es schade, wenn man sie nie erreicht ^^

    Letztendlich ist das ganze sehr Kampfintensiv, ermöglicht aber allerlei Szenarios, von einer Rivalität mit einem anderen Trupp auf einem Transportschiff, welche zu einem gegenseitigen Kleinkrieg ausartet bis zu einem Szenario ala Alien oder Predator, genügend entsprechende Xenos gibt es ja.

    Das Szenario ansich ist das am Bodenständigste von allen, man spielt normale Menschen beim Militär, selbst der absolute Neuling im 40k Universum wird sich da zurechtfinden, deshalb noch Einsteigerfreundlicher als selbst Dark Heresy es ist.



    Rogue Trader


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    Rogue Trader sind Händler, Piraten, Forscher oder auch mal alles auf einmal und noch viel mehr und das alles mit einem Freibrief des Imperiums. Als Spieler ist man ein Mitglied eines Rogue Trader Hauses auf einem eigenen Schiff (was man selbst erstellen und aufrüsten kann) und sucht in den weiten der unendlichen Leere des Alls nach Reichtum und Ruhm. Man nehme das alte Freibeuter-Szenario und übertrage es ins 40k Universum und man kann sich gut vorstellen was einem erwartet.

    Das System macht vieles möglich, von Kampf, Verhandlungen und Schatzsuche, bis zum Raumkampf. Genauso ausgefallen und vielfältig sind die möglichen Abenteuer die man spielen kann.

    Dies ist tatsächlich das einzige 40k System was mich so garnicht interessiert, weil es irgendwie ein "Weltraum-Piraten" Szenario ist und ich schon mit dem "irdischen Vorbild" nicht so viel anfangen kann.

    Trotzdem ist es vielleicht für Fans und Interessierte einen Blick wert. Da vom Szenario her viel möglich ist, was losgelöst vom recht aufwendigen Teil der 40k Hintergrundstory passiert, können Anfänger bestimmt auch damit zurecht kommen.

    R.I.P.
    8.5.18 - 17.7.18
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  • Wrath & Glory

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    Nachdem Games Workshop Fantasy Flight Games die Warhammer Lizenz entzogen hat wurde es recht still um Pen & Paper im 40k Universum. Bis GW einen neuen Versuch unternommen hat ein Pen & Paper System zu etablieren. Und raus kam Wrath & Glory, was in der ersten Version scheinbar nicht ganz GWs Anforderungen erfüllt hat, weshalb das eigentlich fertige System von GW an einen anderen Verlag verkauft wurde und in der aktuellen Version nun das neuste Darstellt, was man im Bereich 40k Pen & Paper bekommen kann.

    So basiert es auf den letzten Ereignissen von 40k und ist darauf ausgelegt Abenteuer im gespaltenen Imperium zu spielen und ermöglich auch erstmals die übermächtigen Primaris Space Marines zu spielen.

    GWs Ansatz mit diesem System ist es, die geteilten "Spezialistensysteme" von FFG zu vereinen. Deshalb ermöglicht das Charaktersystem hier nun das Erstellen von quasi ALLEM was es in 40k gibt. Von einfachen Soldaten, Tech-Priests, Inquisitoren und alle Arten von Marines, bis zu besagten Primaris und aber auch Eldar, Orks oder Tau, sowie allerlei Chaosanhänger, samt Chaos Marines.

    Das ganze ist jedoch wie ein Schweizer Taschenmesser, es kann alles, aber ist dem eigentlichen Spezialwerkzeug unterlegen. So gibt es hier die Möglichkeit viel zu spielen und untereinander zu Mischen, aber die Skills sind wenig speziell und kaum auf die eigene Fraktion oder Klasse zugeschnitten, damit sie auf alle Rassen und Klassen anwendbar sind und auch die Spezialisierung innerhalb einer Klasse hält sich in Grenzen.

    Generell gilt, wenn man weiß, dass man ein Spezielles Szenario spielen will, was schon von FFG abgedeckt wurde, dann sind die alten Systeme um Welten besser. Wenn man aber viel mischen will (Space Marines, Inquisitor und ein Tech-Priest z.B.) oder man eine Truppe Eldar spielen will, dann ist dieses System das Richtige.

    Weiterhin ist zu erwähnen, dass noch an Supplements für das System geschrieben wird, es ist recht neu und es wird wahrscheinlich noch viele Jahre mit Erweiterungen und Abenteuern von offizieller Seite versorgt.


    Warhammer Fantasy RPG


    51srcFlpCmL._SX258_BO1,204,203,200_.jpgVor vielen Jahren gab es mal im Tabletop eine Welt, die einfach nur "Warhammer" hieß. Ein Dark Fantasy Universum welches für die menschlichen Völker speziell das deutsche Mittelalter als Vorbild genommen hat. Das menschliche Imperium wird vom Kaiser Karl Franz regiert (1A auch so im englischen Original), es laufen Charaktere durch die Welt die u.a. Namen tragen wie "Graf Rüdiger von Unheimlich" (auch so 1A im englischen!) Dazu ist der Kleidungs und Baustil genau darauf ausgelegt und es spielt auf einem Planeten, der der Erde nicht unähnlich ist. Alles andere kommt teilweise bestimmt 40k Fans auch bekannt vor. Es gibt Hochelfen und Dunkelelfen, Orks und die Anhänger die 4 Chaosgötter, alle mit ihren entsprechenden Namen und Bedeutungen und die Korruption durch den Warp ist auch hier präsent. Dazu dann noch allerlei Völker aus dem Fantasybereich vom alten Warhammer Tabletop.

    Ansonsten ist es wie jedes Fantasy-Rollenspiel. Wer D&D kennt und das alte Warhammer Universum liebt, der kommt hier auf seine Kosten. Auch für Anfänger gut geeignet, weil es irgendwo auch traditionelles Fantasy ist.

    Das Regelwerk ist brandneu und kam sogar in seiner aktuellen Edition nach Wrath & Glory raus.








    Bonus: Warhammer Age of Sigmar RPG


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    Irgendwann hat sich GW entschlossen das Warhammer Fantasy Universum im Tabletop sterben zu lassen. Das Chaos hat gewonnen, die Welt ist untergegangen. Daraufhin hat der oberste Gott Sigmar die Welt neu geschmiedet, als Multiversum von Scheibenwelten, die mit Portalen miteinander verbunden sind. Jedes Reich steht für ein spezielles Element. U.a. zum Beispiel Feuer, Eisen, Leben oder Tod. Die sogennanten Mortal Realms. Auch hier breitet sich aber das Chaos aus und die Mächte des Todes greifen nach den Lebenden. Dazu schmiedet Sigmar in seinem Reich aus den Seelen der besten Krieger der Menschheit seine unsterblichen Elitekrieger, die Stormcast Eternals (wer hat da Space Marines gerufen?). Das ungewöhnliche Fantasyuniversum bekommt demnächst sein eigenes Pen & Paper System und so sehr ich Age of Sigmar als Szenario mehr liebe als Warhammer Fantasy, so ist dies, gerade wegen seiner speziellen Aufmachung nicht ohne etwas Einarbeitung nutzbar.

    Man weiß momentan noch recht wenig über das Spiel und das Regelwerk und seine Möglichkeiten, aber ich bin auf das finale Produkt gespannt.


    UPDATE 16.10.

    Das Baby hat keinen Namen "Warhammer Age of Sigmar: Soulbound" und es gibt bereit etwas mehr, aber trotzdem grobe, Infos dazu:
    https://www.belloflostsouls.ne…-a-soul-still-bounds.html


    So, das war mein Part für heute. Morgen setzte ich mich mit dem Rest der Kategorie auseinander, die dann nichts mehr mit Warhammer zu tun hat ^^

    R.I.P.
    8.5.18 - 17.7.18
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  • So, mit etwas Verspätung führe ich das Kompendium weiter und stelle heute nicht nur viele SciFi Systeme vor, sondern auch universelle Regelwerke, die dafür gedacht sind alle Arten von Szenarios spielbar zu machen, von Fantasy über Steampunk bis hin zur modernen Welt und fernen SciFi.

    Alle diese Systeme sind mal mehr, mal weniger bekannt.


    Cyberpunk

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    Cyberpunk 2020 war der Urvater des gleichnamigen Szenarios und basierte grob auf den Ideen aus dem Buch "Neuromancer", was wiederum maßgeblich das Cyberpunk-Genre mit begründet hat.

    Über die Jahre verschwand Cyberpunk aus dem Blickwinkel der Spieler und wurde fast komplett von Shadowrun überschattet. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass Cyberpunk 2020 ein ziemlich totes System war, was von Nostalgikern noch ab und an hochgehalten wurde.

    Dann kam CD Project.

    Nachdem die Macher der Witcher Spiele angekündigt haben Cyberpunk 2077 zu machen und, dass ihr neues Rollenspiel komplett auf dem Regelwerk von Cyberpunk 2020 basieren würde, erlebt das alte Pen & Paper seine Wiedergeburt. So ziemlich wortwörtlich, denn es werden wieder neue Ausgaben gedruckt, wo früher nur wenige Ausgaben im Handel kursierten.

    Nun ist Cyberpunk 2020 schon was älter (und zeitlich wenig aktuell, wenn man bedenkt, was für ein Jahr wir demnächst haben ^^). Deshalb wurde prompt ein Nachfolger angekündigt: Cyberpunk Red

    Das Ganze soll zeitlich zwischen 2020 und 2077 angesiedelt sein und ein Bindeglied zwischen dem alten Pen & Paper und dem neuen PC-RPG darstellen.

    Bislang ist das sogenannte "Jumpstart Kit" erschienen, was eine Preview der neuen Regeln und des überarbeiteten System ist, denn das eigentliche Regelwerk mit den entsprechenden Büchern wird erst demnächst erscheinen.

    Ich für meinen Teil bin absoluter Shadowrun Verfechter, aber wer Lust hat auf den Urvater des Cyberpunk oder einfach nur schon die selbe Welt kennenlernen will, die Cyberpunk 2077 demnächst nutzen wird, dann kann man gern zugreifen. Wobei ich da auch eher auf das vollwertige Regelbuch warten würde.








    The Witcher RPG

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    Bleiben wir noch einen Moment bei den Machwerken von CD Project.

    Nach dem Erfolg der Spielereihe und der Bücher hat CD Project die Lizenz genutzt um mit dem Studio hinter Cyberpunk 2020 (und dem kommenden Cyberpunk Red) auch eine Pen & Paper Version von "The Witcher" raus zu bringen.

    Da die Welt des Witchers durch die Spiele und Bücher schon deutlich ausgearbeitet ist und die Macher des Pen & Papers das 1:1 umgesetzt haben, ohne die Welt irgendwie abzuändern, sollte sich jeder heimisch fühlen, der die Abenteuer von Geralt gespielt und / oder gelesen hat.

    Zu den Regeln kann ich leider nicht viel sagen, aber jeder der schon mal selbst Abenteuer in der Low-Fantasy Welt des Witchers spielen wollte, kommt hier auf seine Kosten.



















    Starfinder


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    Neben Pathfinder hat der Paizo Verlag irgendwann auch eine reine SciFi-Variante rausgebracht, namens Starfinder. Was namentlich nicht wirklich originell ist, ist es vom Konzept der Welt allemal. Dies ist nicht einfach nur irgendeine entfernte Version der Zukunft, es ist die ferne Zukunft der Pathfinder-Welt Golarion. Es nimmt die bestehende, alte Welt und wirft sie ins SciFi-Szenario. In einer galaxisweiten Katastrophe wurde u.a. Golarion verschlungen und ist verschwunden. Einzig eine gigantische Raumstation mit einer rein menschlichen Besatzung hat überlebt und lebt seither als heimatlose Rasse zwischen den anderen Rassen der Galaxis.

    Interessanterweise sind die Gottheiten, sowie die Wesen aus anderen Existenzebenen, wie z.B. Dämonen nicht an den Planeten gebunden, weshalb man in Starfinder bekannte Elemente aus Pathfinder hat, die einen deutlichen "SciFi-spinn" bekommen haben. Allein die Tatsache, dass man hier sehen kann, wie hochentwickelte Zivilisationen anderer Völker mit den Gottheiten des Universums umgehen, wie Magie in anderen Welten gesehen und gewirkt wird etc. Man stößt überall auf hinweise darauf, dass hier gezeigt wird, wie eine Fantasywelt aussehen kann, wenn man paar tausend Jahre technologische Entwicklung mit rein mischt.

    Regeltechnisch bleibt hier alles recht beim Alten.

    Es ist das Pathfinder 1.0 Regelwerk in etwas überarbeiteter und angepasster Form für den SciFi Bereich. Was wiederum ja eine Abart von D&D 3.5 ist.

    Man könnte nun sagen, dass sich Starfinder spielt, wie das alte D&D im Weltraum. Und für mich ist das was positives ^^


    Noch zu erwähnen wäre, dass der Verlag, genauso wie bei Pathfinder, hier auch die Abenteuerpfade anbietet, die mehrteiligen Kamapgnen, die Charaktere von Level 1 bis Max innerhalb einer Storyline durchziehen. Ein tolles Konzept wie ich finde.




    Star Trek Adventures



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    Seit wenigen Jahren gibt es auch ein Star Trek Pen & Paper auf dem Markt. Dies ist quasi das System und die Welt, wenn man SciFi ohne Fantasy-Elemente spielen möchte.

    Ich glaube jedem sollte StarTrek auf die ein oder andere Weise bekannt sein, weshalb ich mir auch hier Grundlegendes spare. Das Wichtigste ist aber, es spielt in unserem alten und geliebten Serienuniversum und nimmt sich keine Freiheiten bei der Erzählung, heißt es hält sich an die vorgegebene Geschichte der Welt und der zugrunde liegenden Serien und Filme.

    Man spielt zeitlich gesehen beim Beginn von Voyager, die Borg sind noch lange nicht besiegt und die Enterprise D fliegt noch munter umher.

    So jedenfalls die Vorgabe des Regelbuches, man kann aber definitiv innerhalb der Zeitspanne von Next Gen bis StarTrek 10 jeglichen Zeitpunkt anpeilen, wenn man es im eigenen Abenteuer so haben will.

    Spielbar sind hier leider nur Mitglieder der Sternenflotte, Charaktere ausserhalb der Föderation sind nicht angedacht. Dafür hat der Verlag (Modiphius) für jede Abteilung mit der Zeit ein eigenes Supplement Regelwerk rausgebracht um die Rollen jedes Charakters innerhalb seines Spezialgebietes zu verfeinern.

    Und auch wie in Star Trek üblich (in den guten Episoden) steht Erkunden und Erforschen im Mittelpunkt und Kampf nimmt eine untergeordnete Rolle ein. Wobei es durchaus frei steht eine Art Spezialeinheit für heikle Einsätze zu spielen.

    Die Regeln sind da. Auch solche, die Weltraumkämpfe ermöglichen !


    Jedenfalls finde ich, dass es für rein wissenschaftsbasierte SciFi ohne jegliche Fantasy-Elemente kaum ein besseres System gibt. Jedenfalls nicht, wenn man StarTrek was abgewinnen kann.....

    ansonsten......








    Infinity


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    .... wäre das eine Option. Infinity stammt ebenso von Modiphius und basiert regeltechnisch auf dem selben Spielsystem, wie auch StarTrek. Deshalb sind beide Systeme vom Aufbau und von den grundlegenden Regeln sehr ähnlich.

    Bei Infinity handelt es sich um die Pen & Paper Umsetzung eines Tabletopsystems (selbes Genre wie z.B. Warhammer 40k: Figuren, die auf einem Tisch ihren Krieg ausfechten). Es ist auch eine SciFi-Welt ohne jegliche Fantasy-Elemente, aber mit einer bewussten Inspiration aus dem Anime/Manga-Bereich, auch wenn die Erfinder und Storywriter der Welt aus Spanien kommen.

    Die Menschen leben verteilt über die Galaxis und selbst aufgeteilt in politisch- bzw. religiös- & kulturell geteilte Fraktionen, die eigene Kolonien und Armeen haben und zwar gemeinsam in einer UN-"ähnlichen" Weltregierung sitzen, sich aber auch gern untereinander bekriegen.

    Dazu gesellen sich 2 Alienfraktionen, die Krieg führen, eine vermeintlich "Böse" Fraktion (aus verschiedenen, eroberten Rassen zusammengesetzt), die sich mit quasi allen im Krieg befindet und eine vermeintliche "Gute" Rasse, die eine Allianz mit den Menschen besitzt gegen die gemeinsamen Feinde.

    Die Welt ist voller Soldaten in Exo-Skeletten, Roboter aller Art, Androiden, Cyborgs und Mechs.


    Wem StarTrek nicht zusagt, aber trotzdem ein reines SciFi System gesucht wird, dann könnte das eine Option sein. Wenn man denn damit zurecht kommt, dass das hier eine eindeutige Inspirationsquelle hat.

    R.I.P.
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  • Conan

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    Ich bleibe jetzt mal beim gleichen Verlag. Von Modiphius gibt es auch eine Pen & Paper Umsetzung zu Conan.

    Und damit sind nicht die Filme von Schwarzenegger gemeint, sondern die Welt die in Romanen, Comics und Spielen aufgebaut wurde (auch wenn die Filme von Schwarzenegger sich als Umsetzung des Universums verstanden).

    Mysik, Magie und brutale Gewalt in einer barbarischen Welt, die irgendwo eine Mischung aus Zeitaltern darstellt, die irgendwo zwischen Antike, Mittelalter & Urzeit schwankt, alles in einem Cocktail aus Blut und Elend durchtränkt.

    Die Welt dürfte auch Nichtkennern des Originalstoffes aus Spielen wie Conan Exiles oder vorallem aus dem MMORPG "Age of Conan" bekannt vorkommen.

    Ich persönlich kenne auch vorallem die Story durch Age of Conan und soweit ich das mitbekommen habe sind im Pen & Paper alle Völker und Länder vertreten, die man kennengelernt hat, sowie die Gottheiten, Magiearten und Monster & Fraktionen.


    Für alle, denen D&D oder sonstige Fantasysysteme zu "zivilisiert" sind, ist dies vielleicht einen Blick wert. Für Conan Fans auf jeden Fall.


    Was die Regeln angeht, so folgt es dem Muster und benutzt Modiphius´s eigenes Pen & Paper Regelwerk, auch hier an das Szenario angepasst.












    Mutant Chronicles / Mutant: Year Zero

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    Ich stelle diese Systeme vor, weil sie schon wohl eine ganze Weile existieren und eine nicht zu unterschätzende Fangemeinde haben, ich persönlich habe aber nie eines der Systeme aus dem Franchise gespielt. Die ersten Versionen dieser Postapokalypse existieren schon seit 1984 und können damit sogar mit Urgesteinen wie Cyberpunk 2020 konkurrieren.

    Diese 2 Systeme scheinen auch fundamental andere Szenarien zu bieten.

    Mutant: Year Zero könnte dabei einigen Rundenstrategen von PC oder Konsole bekannt vorkommen, denn es gab vor einiger Zeit eine recht gut gelungene Spielumsetzung. Die Welt ist untergegangen, verseucht und verstrahlt. Menschen leben in stark abgeschotteten Siedlungen, nach draußen trauen sich nur mutierte Tiere (in Menschengröße) und Menschen mit Mutationen.

    Nun ja, das Ganze ist letztendlich ein Fallout mit anthropomorphen Tier-Mutanten ala Zootopia, nur in dreckig und düster.


    Mutant Chronicles spielt scheinbar in einer etwas weiteren Zukunft und spielt nicht zwangsläufig auf der Erde.

    Das Szenario zeigt eine Welt, die zwar zu interstellaren Reisen fähig ist, deren Technologie aber durch einen "dunklen Einfluss" versagt und man deshalb versucht teilweise High-Tech Ergebnisse mit Low-Tech Maschinen zu erreichen. Dazwischen hat man die üblichen Gangster, Megacorps, Monster und Co. die sich im Sonnensystem nicht riechen können. Die Menschen leben dabei in gigantischen, abgeriegelten Städten hinter hohen Stadtmauern und übersät mit Slums und Armenvierteln, während die Machthaber, wie immer, in einer Welt für sich leben.


    Ich hatte mit beiden, wie gesagt keine persönlichen Kontakte, aber allein die Tatsache, dass das Franchise von 1984 bis heute gehegt und gepflegt wird, hat es für mich, für diese Liste, interessant gemacht.

    Ah und wie alle Modiphius-Systeme bauen die neuen Editionen auf deren einheitlichem Spielsystem auf.


    Numenera

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    Kommen wir zu einem meiner Lieblingswelten: Numenera.

    Es handelt sich um ein einzigartiges Spielsystem des Verlags "Monte Cook", die auch nur insgesamt 2 Szenarien anbieten, sowie ihr Universalregelwerk. Das Alleinstellungsmerkmal des Regelwerkes ist, dass nur der Spieler würfelt. Der Meister gibt Gegner und Schwierigkeitsstufen vor und alle Würfe, auch im Kampf, gehen vom Spieler aus. Greift ein Spieler an, würfelt er auf "Angriff", greift ein Gegner an, wirft der Spieler auf "Verteidigung". Der Meister nimmt im besten Fall nie einen Würfel in die Hand.

    Es ist aber nicht das Spielsystem was mich am meisten an dem Spiel fasziniert, sondern das Szenario:

    Die Spielwelt ist primär unsere Erde, aber in einer fernen Zukunft. Damit meine ich aber nicht in 100 der 1000 Jahren, eher in einer Million oder sogar Milliarde Jahren. Eine wirkliche Zeitrechnung die so weit zurückreicht gibt es in der Welt nicht. Es gab 8 Zivilisationen im Laufe der Geschichte, jede die durch ihre Technologie und ihre Macht den Planeten, die Welt und das Universum nach ihren Vorgaben formten...... und dann untergingen. Wir befinden uns lange nach dem Fall des 8. Reiches, niemand weiss mehr wer früher im 8. Zeitalter geherrscht hat, man ist sich nur sicher, dass dies die 9. Welt ist auf der man lebt.

    Zum Erstaunen aller existiert die Menschheit als wäre nichts gewesen. Die Menschen waren zeitweilig ausgestorben und bevölkerten auf einmal wieder die Welt. Auch das Verglühen der Sonne ist nie aufgetreten. Dies ist ein Rätsel in einer Welt voller Rätsel. Mal abgesehen davon, dass die Menschen nicht die einzigen Bewohner der Erde sind. Hier leben Besucher von fremden Dimensionen, neben gestrandeten Aliens und uralten Mutanten.

    Der Planet, der einstmals die Erde war, ist durchzogen von den Spuren vergangener Zivilisationen. Technologie, deren Zweck niemand mehr erkennen kann, Gebäude und Felsformationen, die unmöglich erscheinen sowie Roboter, Konstrukte und mysteriöse Lebewesen die zu einem Zweck geschaffen scheinen, aber diesen schon lange nicht mehr oder nicht mehr richtig erfüllen oder der Zweck hält die Gegend am Leben, nur weiss das schon lange niemand mehr.

    Generell kann die Menschheit nicht alles lernen was im laufe der Geschichte in Vergessenheit geraten ist. Doch die meisten Völker versuchen es auf die ein oder andere Art. Raus kommt eine im Grunde mittelalter-Fantasywelt aufgebaut auf Technologie vergangener Zeitalter. Teile von Schildemittern werden als persönliche Schilde benutzt, Splitter von ultrahartem Glas einer zerstörten Gefängniszelle werden zu Schwertern verarbeitet und Menschen, die seit Geburt mit der Data-Sphere kommunizieren können, dem Nanitennetzwerk, was den ganzen Planeten umspannt und alles Leben umgibt, können die Naniten manipulieren um Effekte zu wirken, die in den Augen anderer Leute wie Magie und Zauber aussehen. Technologen bauen Roboter nach Plänen, die über Generationen hinweg studiert und nachvollzogen wurden, ohne zu verstehen, warum genau diese Konstrukte so funktionieren, wie sie es tun, Kybernetik ist gang und gebe, seien es freiwillige oder unfreiwillige Verschmelzungen von Mensch und Maschine. Alles scheint möglich.


    Man kann vielleicht merken, dass ich dieses Szenario wirklich genial finde. Es ist so fremd, unbekannt und faszinierend, dass ich mich in Ideen dafür verlieren könnte. Auch ist hier Erforschung und Erkunden das Hauptaugenmerk. Kampf ist möglich, aber ist bei weitem nicht so ausgebaut, wie in anderen Systemen.

    Wer mal in das Universum reinschnuppern möchte und gerne auch old-school Iso-RPGs ala Baldur´s Gate mag, dem kann ich nur herzlich "Torment: Tides of Numenera" auf Steam ans Herz legen.


    The Strange

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    Basierend auf dem selben Spielsystem, wie Numenera, hat Monte Cook auch das Pen & Paper System namens "The Strange" rausgebracht.

    In dieser Welt existiert im hier und heute eine kleine Anzahl von Menschen, die sich bewusst sind, dass es Portale auf der Welt gibt, die zu anderen Welten führen. Erzeugt durch die Fantasie der Menschen (oder umgekehrt?) kann es Welten zu allen fiktionalen Universen geben, die je in der Menschheitsgeschichte in Bild, Schrift und Ton existiert haben. Dabei handelt es sich selten um große Welten, es gibt ein Kontinent, eine Stadt oder eine Insel und meist leben die Bewohner unbewusst ihrer eigenen Existenz ihr vorbestimmtes Leben. Doch komplexere und größere Welten entwickeln Leben mit Bewusstsein und manchmal sogar mit der Erkenntnis, dass die Erde existiert und mit ihr ein größeres Universum. Diese Welten können bewusst und unbewusst eine Gefahr für die Erde und ihre Bevölkerung darstellen und die Spieler, als Menschen die begabt sind mit diesen Welten umzugehen sind die Wächter im Hintergrund, die dafür sorgen, dass die Menschheit ihr Leben fortsetzten kann, ohne von den anderen Welten um sie herum auch nur Notiz zu nehmen.


    Das Szenario erinnert mich etwas das MMORPG "The Secret World" und es hat durchaus seinen Reiz. Vorallem durch die Tatsache, dass man Menschen aus der heutigen Welt spielt, wenn man es drauf anlegt, kann man sogar sich selbst spielen. Es wäre regeltechnisch umsetzbar.

    Ich kann mir vorstellen, dass dieses Szenario für viele Anfänger sehr einfach zu begreifen und zu spielen ist, denn man muss sich nicht zwangläufig in einen anderen Charakter rein versetzen, man muss sich nur vorstellen man bekommt von jetzt auf gleich die Fähigkeit in fremde Welten zu reisen und die Welt vor Gefahren aus den Welten zu beschützen.

    R.I.P.
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  • Star Wars - von Fantasy Flight Games


    Die Macher der älteren Warhammer 40k Pen & Paper Systeme haben schon eine lange Zeit die Lizenz für Pen & Paper Systeme aus dem StarWars Universum und ähnlich wie sie es auch in Warhammer 40k gemacht haben, bieten sie für jedes denkbare Szenario ein eigenes Regelbuch an. Zwar ist mein Lieblingsszenario (einen loyalen Imperialen oder einen Sith spielen) noch nicht dabei, aber für die meisten Leute sollte etwas dabei sein.

    Ich sage jetzt schon allgemein, dass ich noch nie ein Blick in die Regeln werfen konnte und deshalb keinerlei Detailinformationen liefern kann, dies ist einfach nur ein "diese Systeme gibt es".


    Age of Rebellion


    swa02_main.pngDies ist das denkbar einfachste Szenario. Man spielt ein Mitglied der Rebellion während der Zeit vor Episode 4 bis Episode 6. Man kann dabei alle Arten von Szenarios spielen, die man sich innerhalb der Rebellion vorstellen kann. Die Regeln decken dabei auch das Nutzen von Fahrzeugen und Raumschiffen ab.

    Ansich ist das vielleicht das einfachste StarWars Szenario, aber auch mit das am stärksten begrenzte. Es gibt ausserhalb des Kampfes gegen das Imperium oder Gangster kaum andere Szenarien, wer aber einen unterdrückten Planeten vor Stormtroopern retten will und vielleicht am liebsten eine Mission ala Rogue One nachspielen würde, für den ist das System genau richtig.










    Force and Destiny


    swf02_main.pngDieses Buch beinhaltet die Regeln um eine Gruppe von Jedi spielen zu können, sei es gejagt von Vader und dem Imperium oder zu einem anderen Zeitalter, vielleicht sogar zur Zeit der alten Republik. Das Spielsystem gibt einem das Szenario vor für die selbe Zeitspanne, wie Age of Rebellion, also Ep 4-6, die Regeln für Jedi erlauben es aber durchaus einen Jedi zu erstellen, der zu einer Zeit gelebt hat, als die Macht noch nicht im Universum zu einem Märchen verkommen ist.

    Da die Jedi durchaus viele Missionen hatten, die nicht nur mit dem Kampf gegen einen Gegner oder einen Unterdrücker zu tun hatten, sondern durchaus komplexer und weniger kampflastig waren, sehe ich das Szenario als flexibler als Age of Rebellion.











    Edge of the Empire


    swe02_main.pngAls letztes System für StarWars ist das Buch für Diebe, Gangster, Schmuggler, Spione und Kopfgeldjäger. Hier kann man seinen Han Solo oder Boba Fett erstellen und Abenteuer im Outer Rim erleben. Ich glaube, dass man hier das freiste Szenario aller 3 Bücher hat, da man seine eigenen Ziele verfolgen kann ohne Einschränkungen. Klar, man lebt ausserhalb des wirklich zivilisierten Galaxie, aber man kann durchaus Kopfgelder für das Imperium und gegen die Rebellen eintreiben oder unmoralische Aufträge für Jabba in Angriff nehmen.












    -----------

    Fantasy Flight Games hat noch andere Pen & Paper Systeme, von denen ich aber nur ein weiteres Szenario etwas näher kenne, die Anderen sagen mir nichts und ich kann schlecht etwas vorstellen, was mir absolut garnichts sagt und was ich nicht einordnen kann. Deshalb hier noch ein allgemeiner Link zu FFGs Pen & Paper Sammlung. Vielleicht entdeckt jemand selbst etwas dort was ihm gefällt und was man hier auch vorstellen will. https://www.fantasyflightgames…ategory/roleplaying-games


    Legend of the Five Rings

    l5r02_main.png

    Das besagte Pen & Paper System "Legend of the Five Rings" spielt in einer eigenen Welt, inspiriert durch das feudale Japan. 7 Clans kämpfen um die Vorherrschaft in der Welt und über den Thron des Reiches, dabei ist die Welt umgeben von mystischen Wesen und Bewohnern, die parallel zu den Menschen leben.

    Die Charaktere die dabei spielbar sind, sind allerlei Personen, die man sich in einem Setting eines mystischen, feudalen Japan vorstellen würde. Samurai, Soldaten, Ninjas, Priester, Mönche, Magier/Mystiker usw.

    Was man an Abenteuern erlebt ist dabei der Fantasie des Meisters überlassen, die Mitglieder der Clans müssen nicht zwangläufig gegeneinander Arbeiten und Gruppen müssen nicht zwangsläufig Missionen im Dienste eines Herren erledigen, sondern auch Freunde auf Abenteuer wären genauso denkbar, wie Gauner, die einen Schatz stehlen wollen.

    Wie gesagt ist dies hier nicht Japan, sondern eine Welt, die von der Mythologie und Geschichte des Landes inspiriert worden ist, die Welt nimmt es sich sogar heraus Elemente aus anderen, asiatischen Ländern rein zu mischen um ihre eigene Zivilisation und Mystik aufzubauen.


    Ich liebe Japan (das Land & die Geschichte) und dieses Szenario finde ich höchst interessant.

    Hab leider noch nie eine Gruppe zusammen bekommen.

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  • So, ich komme dann mal zu den anfangs angesprochenen Universalsystemen.

    Dabei handelt es sich um 3 Systeme, die so ausgelegt sind, dass sie fast jedes Szenario aufgreifen können und Tipps & Anleitungen geben, wie man die vorhandenen Mechaniken an ein spezielles Szenario anpassen kann. Da ich selbst keine dieser Universalsysteme jemals in Aktion gesehen habe, oder auch nur in die Regeln reingeschaut habe, kann ich keine eigene tiefer gehende Analyse liefern. Die einzige Aussage, die ich zu allen 3 treffen kann ist, dass sie aktiv genutzt werden und nicht in einer Nische vorsich hin vegetieren.


    Fate


    51oY2pE5aaL._SL500_AC_SS350_.jpgDieses System scheint in bestimmten Kreisen sehr beliebt zu sein und wird wohl von allen Universalsystemen mit am meisten genutzt, auch von festen Pen & Paper Szenarien/Systemen. Während die erste Version schon 2003 das Licht der Welt erblickte, wurde das aktuelle Regelwerk 2013 per Kickstarter finanziert und war ein voller Erfolg.

    Also schein ein Urgestein unter den Pen & Paper Systemen, wenn man sein eigenes Szenario aufbauen will.














    Cypher System


    cypher-systems-rulebook-2nd-en.jpgDas einzige Universalsystem, zu dem ich was sagen kann, da dies von Monte Cook stammt und das System ist, auf dem Numenera aufbaut (und auch das von mir vorbestellte "The Strange").

    Wie schon bei Numenera gesagt, basiert das System darauf, dass der Spieler alle Würfe macht. Der GM gibt immer nur die Schwierigkeit vor und die Spieler würfeln entsprechend.

    Ein Kampf ist eine Abwechslung von Angriffs- und Verteidigungswürfen des Gegners. Wobei der GM Fähigkeiten des Gegners aktivieren kann.

    Die Charaktere verfügen auch nicht über HP im traditionellen Sinne. Es gibt grob gesagt Stärke, Intelligenz und Geschicklichkeit als Punktewerte, die man ausgibt um die Skillstests zu vereinfachen. Ist einer der 3 Pools leer hat man einen Zustand erreicht, der dem K.O. eines 0 HP entspricht, wobei ganz so einfach ist das nicht. Je nach dem Pool der leer ist, ist der Effekt ein anderer, der dem Attribut entspricht. Kampfschaden geht deshalb auch direkt gegen die Attribute mit denen man Skillchecks erleichtert. Dies zeigt sehr gut die körperliche und seelische Anstrengung und Ausgelaugtheit im Laufe eines Abenteuers.

    Der Charakter stirbt auch nur dann, wenn alle 3 Attribute auf 0 reduziert wurden.

    Ah und auch eine großer Unterschied zu anderen Systemen: Der Schaden ist fest. Man würfelt keinen Schaden aus. Jeglicher Schaden wird von einem Grundwert der Waffe mit Modifikatoren berechnet und durch die Rüstung des Ziels abgeschwächt um einen festen Wert. So lässt sich tatsächlich im Voraus sagen, ob ein Schlag tödlich wird oder nicht, sofern man die Werte des Ziels kennt.



    Genesys


    gns01_book_shadow.pngDies ist das Universalsystem von Fantasy Flight Games, was uns mit all den StarWars Pen und Paper Systemen gesegnet hat. Das System selbst ist scheinbar schon seit 2009 in Entwicklung und die neuste Version ist mit das neuste Buch auf dem Markt, was Universalsysteme angeht.

    Tatsächlich basieren auf dem System auch die StarWars Pen & Paper von FFG und obwohl ich es selbst nicht weiss, nehme ich an, dass auch Legends of the Five Rings vom selben System angetrieben wird.

    Die Leute von FFG wissen was sie machen und das System scheint auch soweit erfolgreich zu sein.



























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    So, das wars für diesen Batzen an RPGs. Ich werde mich demnächst dann zurückmelden mit meiner Nischenkiste. RPGs, die so selten gespielt werden, dass nur wenige Hardcore-Fans von ihnen überhaupt gehört haben.

    R.I.P.
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