Beiträge von Tiberius

    dune_banner_4320x1080.jpg



    Diese Review kann leichte Spoiler enthalten.


    Die verkorkste Vorgeschichte der Verfilmung


    Mit Dune (Part one) ist dieses Jahr wohl einer der besten Filme des Jahres in die Kinos geschneit. Dabei hat die Verfilmung des Romans von Frank Herbert aus dem Jahr 1965 eine lange Geschichte. Der erste Versuch startete kein geringerer als Alejandro Jodorowsky, welcher ein Projekt epischen Ausmasses startete und namhafte Grössen wie Salvador Dali, Orson Welles und Mick Jagger castete, Pink Floyd für die Filmmusik engagierte und den prominenten Karikaturisten Moebius zusammen mit dem damals noch eher unbekannten Schweizer Künstler H.R. Giger als Bühnenbildner gewann. Leider übernahm sich Jodorowsky damit vollständig und irgendwann sägte das Studio das Projekt ab und verwertete seine Teile in anderen Produktionen wie z.B. "Alien". Die erste richtige Verfilmung gelang schliesslich David Lynch, dessen Dune aus dem Jahr 1984 aber von der Kritik als unverständlich und zusammengekürzt verrissen wurde. Eine über vier Stunden lange TV-Version verbesserte das Problem nicht, zumal sich Lynch von dieser komplett distanzierte. Der Film aus den Achzigern krankt an zu vielen Erklärungen und inneren Monologen und entfernt sich stellenweise zu stark von der Buchvorlage. Eine zweite Verfilmung des Romans als damals typischer TV-Zweiteiler aus dem Jahr 2000 soll hier gänzlich ignoriert bleiben. Dies ist also das Erbe des jüngsten Kandidaten, der eine Verfilmung des epischen Stoffes wagt, Denis Villeneuve, der bereits mit Arrival und Blade Runner 2042 bewiesen hat, dass er Sci-Fi kann: Ein genialer Film, der nie das Licht des Projektors gesehen hat, ein mediokrer Film, der dem Buch nicht gerecht werden kann und eine scheussliche TV-Vermantschung, die niemals das Licht des Projektors hätte sehen dürfen. Kein leichter Stand also.


    Was Villeneuve besser macht


    Denis Villeneuves Dune ist meiner Meinung nach die bisher beste Verfilmung, und dies hauptsächlich aus zwei Gründen. Erstens gelingt es dem Franzosen, den eigentlichen Kern der Geschichte zu erzählen: Es ist die Coming-of-Age-Geschichte des jungen Paul Atreides, der durch äussere Umstände dadurch gezwungen wird, früher Erwachsen zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Dies stellt Villeneuve ins Zentrum. Die Fehde der zwei grossen Adelshäuser Atreides und Harkonnen, das ganze politische Konstrukt um die Adelshäuser im Landsraadt, um die kaiserliche Macht, die Raumfahrtgilde und die Bene Gesserit, der religiöse Überbau um den Messias, den die Fremen erwarten und der aus dem Wüstenplaneten wieder ein Paradies machen soll, ist alles Beigemüse, welches in Nebensätzen oder gar nur durch das Setdesign erzählt wird. Und genau so funktioniert der Roman ebenfalls. Es gibt keine ellenlangen Beschreibungen um das politische System des Universums, wer die Bene Gesserit sind oder was die Fremen wollen. Dies alles wird durch die fortlaufende Geschichte langsam und häppchenweise immer klarer, es offenbart sich sozusagen durch das Geschehen und das Agieren der Figuren von selbst. Dabei nimmt sich Villeneuve Zeit beim Erzählen durch Bilder. Die Einstellungen sind langsam und ruhig. Man sieht einem Raumschiff ohne hektischen Cuts beim Landen zu. Das Kriegsgeschehen kommt beinahe wie auf einem Schlachtengemälde aus der napoleonischen Zeit daher. Man hat Zeit, die Details in den Einstellungen zu erkennen und bewundern. Was die Actionliebhaber vielleicht langweilig finden, kann der Bücherwurm geniessen. So viele Details sind in den Einstellungen versteckt welche auf Kleinigkeiten oder aber auch wichtige Zusammenhänge aus dem Dune-Universum hindeuten. So wird beispielsweise nirgends erklärt, dass das Universum völlig frei von Computern und künstlichen Intelligenzen ist, da man sich vor tausenden von Jahren in einem Matrix-ähnlichen Krieg dieser gesamten Technik entledigt hat und stattdessen eher auf die durch Drogen verstärkten psyonischen Kräfte des menschlichen Gehirns verlässt. Dieses Weglassen von sprechenden, intelligenten Interfaces oder auch nur Rechnern wird einem dabei vielleicht nicht sofort klar. Erst, wenn man sieht, dass diese raumfahrende Zivilisation immer noch Cockpits voller Knöpfe, Drehrädchen und Hebel hat, wird klar, dass dieser vermeintliche technische Gap in Wahrheit sehr genau die LSD-induzierte Vision des Romans aus den Sechzigern wiederspiegelt. Villeneuve gelingt es also, sehr nahe am Buch zu bleiben und es dabei aber nicht erklären zu wollen. Wer das Buch nicht gelesen hat und mit diesem Film das erste mal mit Herberts Universum in Berührung kommt, muss den Film also wohl oder übel mehrmals anschauen, um ihn vollständig verstehen zu können (oder aber einfach das Buch lesen).


    1*s9EqjCiGuJt0BINTmbLqqQ.jpeg


    Diesen Raumschiffen kann man minutenlang beim Starten und Landen zuschauen.



    Was Villeneuve anders macht


    Ein grösseres Problem in unseren Jahren ist sicherlich die PC-culture, mit welcher sich auch Villeneuve auseinandersetzen muss. Er verfilmt eine Romanvorlage aus den Sechzigerjahren, in welcher die Frauen zu Hause bleiben und die Kinder hüten, während die Männer Politik machen und Kriege führen. Frauen haben nur dann politischen Einfluss, wenn sie in ihrer Rolle als bestens ausgebildete Konkubinen durch Bettgeflüster den politischen Verlauf des Weltgeschehens manipulieren und dabei gleichzeitig das an die Operation Lebensborn erinnernde Züchtungsprogramm der perfekten Menschen vorantreiben. Er verfilmt eine Romanvorlage, welche die alte Pocahontas-Geschichte der edlen, aber primitiven Wilden hervorkramt, welche durch einen weissen Aussenseiter gerettet und zu ihrem gelobten Land geführt werden. Und dies tut er schnörkellos, unbarmherzig und ohne Kompromiss oder Anpassung an unsere postmoderne, genderneutrale und politisch korrekte Zeit.


    Liet-Kynes-Desert-Masked-Dune-Movie.jpg


    Ein kleines Zugeständnis: Der weisse Liet Kynes wird im Film durch eine Frau verkörpert.


    Der Film an sich


    Wenn man all diese Überlegungen rund um die Produktion und die generationsbedingten Problematiken aussen vor lässt, erhält man einen bildgewaltigen Film, der von einem ausgezeichneten Ensemble getragen wird und gerade auch durch seinen Soundtrack besticht. Hans Zimmer, dessen Jugendtraum es immer war, einst einmal Dune vertonen zu dürfen, zieht in diesem Film all seine Register. Wenn der Wurm also das erste mal aus den Dünen bricht und die gesamte Erntemaschine verschlingt, dann tut er das dank dem Soundtrack mit einem solch gewaltigen Wumms, dass einem alleine schon durch die Vibrationen im Kinosaal die Ausmasse dieses Ungetüms bewusst werden. Hans Zimmer versteht Dune, er kennt die Details, welche dieses Universum ausmachen und verwendet dementsprechend die Technik des Leitmotivs. So wird nur schon durch die Musik klar, ob es hier gerade um den Metaplot der Politik der Häuser, um die Prophezeiung der Fremen oder um Pauls Entwicklung geht. Und auch die Schauspielerinnen und Schauspieler verstehen ihre Rollen besser als ihre Kolleg*innen aus den Achzigern. Baron Harkonnen ist eine imposante und furchterregende Gestalt und nicht dieser lächerliche, hässliche und schrille Clown der Lynch-Verfilmung. Duncan ist ein freidenkender Draufgänger und nicht ein Regelsoldat. Die Fremen sind eine gänzlich fremdartige und unverständliche Kultur mit eigenen Gebräuchen und nicht kostümierte Angloamerikaner mit vollblauen Augen. All dies macht diesen Film in meinen Augen zu einem Meisterwerk, wenn man die schwierigen Umstände und die Vorlage eines unverfilmbaren Romans bedenkt.



    Geniesst den Film also unbedingt im Kino!

    Es ist sicher ein Vorteil, dass sie keinem Source Material gerecht werden müssen. Was GoT am Schluss erledigt hatte, war das Abweichen vom Buch hin zu einem schlüssigen Ende. Martin hat sich da in den Büchern ja selbst verzettelt.

    Hallo Schwarm,


    kennt jemand von euch einen guten Budgetmonitor, der sich zum Arbeiten eignet? Meine Frau macht in der nächsten Zeit vermehrt Home-Office und und möchte nicht ständig in den kleinen Bildschirm ihres Arbeit-Notebooks schauen. Hat jemand Erfahrungen mit Bildschirmen gemacht, die man an Laptops hängt?


    Für eine Kaufberatung wären wir sehr froh.


    Liebe Grüsse,

    Sam

    Hey Leute


    Ich möchte mir demnächst ein neues Notebook kaufen, ein reines Arbeitsgerät für unterwegs. Als Macianer in diesem Gebiet wollte ich bereits wieder zum Mac Book Pro greifen, deren Serie mir in den letzten 10 Jahren perfekte Dienste geliefert hat. Das zu ersetzende Teil hat immerhin 7 Jahre durchgestanden, bis es den einsamen Lässt-sich-nicht-mehr-Updaten-Tod gestorben ist (und das Ladekabel ist auch im Arsch). Jetzt habe ich aber gesehen, dass Apple komplett auf USB-C setzt, und gar keine herkömmlichen USB-Ports mehr anbietet, was wegen diverser Peripheriegeräte doof ist (Kamera, Backup-Festplatte, Handy, Beamer, usw.).


    Zu meiner Frage: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich USB-C in den nächsten 2 Jahren durchsetzen wird und ich nicht auf teure und umständliche Adapter angewiesen bin? Weil momentan sehe ich schwarz für meine Beziehung zu Apple und setze eher auf ein Lenovo Yoga (welches beides hat).